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Flämingwetter

Wetterbeobachtungen im Oktober 2017

 

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Wetter September 2017

 

Datum

Bericht

Bild

01.09.2017 So

Pünktlich zum Monatswechsel stellt sich kühles Wetter ein, das Wolkenband einer meridional orientierten, wellenden Kaltfront schleift über den Osten Deutschlands. Die in den letzten Tagen wetterbestimmende Antizyklone Rosi wandert ostwärts aus, allmählich setzt eine Zonalisierung der Strömung ein.

 

Aus dunklem Nimbostratus regnet es am Vormittag, 5 mm werden gemessen. Danach hellt die Wolkenschicht zwar auf, bleibt aber in Form von Stratus nebulosus geschlossen. Bild: sat24.com, bearbeitet.

 

Anhand des Satellitenbilds nicht wirklich überraschend klart der Westhimmel kurz vor Sonnenuntergang teilweise auf, ein brennendes Orangerot kitzelt das Augenlicht bei der Betrachtung sich gemächlich auflösender Haufenschichtwolken.

Wolkenband einer Kaltfront

brennende Farben beim Sonnenuntergang

02.09.2017 Mo

Hauptdarsteller des heutigen Wettergeschehens ist das großräumige Sturmtief "Wolfgang", das sich von den Färöern Richtung norwegische See verlagert.

Das zugehörige okkludierende Frontensystem überquert Deutschland von Nordwesten her, am Vormittag setzt Dauerregen ein, der bis zum späten Nachmittag anhält. Der Südwestwind frischt am Mittag auf bis Bft. 5, es bleibt kühl.

Regenwolken Anfang Oktober

03.09.2017 Di

Postfrontal schwenkt ein Trog über Deutschland, in einer westlichen Strömung dringt kühle Meeresluft ein. Zunächst dicht gedrängte Haufenwolken lockern am Nachmittag immer weiter auf und breiten sich am Abend zu locker angeordneten Feldern Stratocumulus stratiformis aus.

Haufenwolken unter dem Höhentrog

04.09.2017 Mi

Straff zonal ausgerichtet sind die Isobaren über Mitteleuropa, mit gleichzeitig zunehmendem Druckgradienten stellt sich eine energische westliche Strömung ein. Wie bei solchen Lagen fast schon zu erwarten, entwickelt sich am Abend aus einer Welle ein Schnellläufer, der sich von Irland her auf uns zu bewegt.

Bis dahin ist es bedeckt mit Cu und Sc mit Untergrenzen in verschiedenen Höhen, die in zunehmendem Westwind vorbei treiben, es ist kühl, aber niederschlagsfrei.

Haufenwolken unter dem Höhentrog

05.09.2017 Do

Schnellläufer "Xavier" hat sich zu einem gefährlichen Sturmtief entwickelt und rast von der Nordsee über Norddeutschland Richtung Polen. Vorderseitige Warmluftadvektion führt in der ersten Tageshälfte zu Dauerregen, die Windstärke hält sich im Fläming zunächst noch in Grenzen, gegen 12 Uhr Bft. 5.

 

 

Kurz nach 14 Uhr lockert es kurzzeitig auf, Cumulusfetzen jagen bei ständig zunehmender Windstärke nordostwärts.

 

 

Das Crescendo wird mit dem Eintreffen der Kaltfront gegen 16 Uhr erreicht, schwere Sturmböen mit bis zu 93 km/h (Bft. 10) treffen den Fläming. Noch belaubte Chausseebäume fallen wie Streichhölzer, Äste auf den Straßen machen die Rückfahrt von der Arbeit zum Schlängelkurs.

 

 

Xavier fordert sieben Todesopfer, in mehreren Bundesländern wird der Zugverkehr eingestellt. Am sturmerprobten Beobachtungsstandort hingegen halten sich die Schäden in Grenzen, abgesehen von ein paar abgerissenen Zweigen und umgefallenen Blumentöpfen.

 

 

So schnell der Sturm kam, entschwand er auch wieder, am Abend klart es bei abflauendem Wind auf. Zusammenfassend kann man (regional bezogen) sagen, dass Xavier in die Klasse der schwersten Stürme einzustufen ist, übertroffen eigentlich nur vom legendären Kyrill im Januar 2007.

Wolken im Sturm

Sat-Bild von Sturm Xavier

Aufklaren am Abend

06.09.2017 Fr

Zwischen hohem Bodendruck westlich der britischen Inseln und den Tiefs Xavier und Wolfgang über Nordosteuropa hat sich eine kühle und feuchte nordwestliche Strömung eingestellt. Dicht gedrängte Haufen- und Haufenschichtwolken bestimmen das Bild, hin und wieder ein Regenschauer bei kühler Temperatur.

07.09.2017 Sa

Großwetterlage NWz (Nordwest zyklonal), das an einen markanten Randtrog gekoppelte Tief "Yap" verlagert sich zügig von den Färöern Richtung Südschweden.

Mit mehrschichtiger Bewölkung greift das zugehörige Frontensystem auf Deutschland über, im Fläming setzt am Nachmittag leichter Regen ein. Der bis dahin deutlich strukturierte Cu und Sc (Bild) verschwimmt zu monotonem Stratus / Nimbostratus, die Windstärke erhöht sich auf Bft. 6, es bleibt kühl.

Dicht gedrängte Wolken

08.09.2017 So

Tief Yap rotiert weiterhin über der Ostsee, während sich ein Höhenkeil über den britischen Inseln erstreckt. Diese Konstellation macht den Weg frei für kühle Polarluft, die in Form einer zonal orientierten Kaltfront den Fläming überquert und schnell südwärts auswandert.

Nach dichtem Cumulus und Stratocumulus am Vormittag klart es am Mittag von Norden her weitgehend auf, übrig bleibt Altocumulus stratiformis (Bild). Dieser wird abgelöst durch lockere Haufenwolken, am Abend ist es kalt, aber angenehm windstill.

Stratiformis pur

09.09.2017 Mo

An der Südwestflanke von Tief Yap mit Zentrum über den baltischen Staaten liegend bleibt es bei der Zufuhr von Polarluft aus nordwestlicher Richtung. Bis zum Nachmittag sind mittelgroße Haufenwolken zu erblicken, die am Nachmittag zu Sc zerfließen - am Abend klart es kurzzeitig auf.

Cumulus im Gegenlicht

10.09.2017 Di

Allmähliche Umstellung auf Wetterlage Wa (West antizyklonal), mit der Warmfront von Tief "Zacharias" südlich von Island wird eine milde, aber feuchte Luftmasse heran transportiert. Dichter Nimbostratus praecipitatio überzieht den Standort, perfektes Kraftausdruckswetter - nur am späten Nachmittag lugt die Sonne für ein paar Minuten durch eine Wolkenlücke.

perfektes Kraftausdruckswetter

11.09.2017 Mi

Ein breiter Höhenrücken schwenkt im Tagesverlauf ostwärts über Deutschland, während Südeuropa von dem umfangreichen, aber flachen Hoch "Tanja" okkupiert wird, rotieren im Norden die Tiefs "Arke" und Yap.

Resultat ist eine auf Südwest drehende Strömung, verbunden mit ersten Auflockerungen am Vormittag und steigender Temperatur. Doch bald überzieht wieder Stratocumulus stratiformis das Firmament, noch warten wir auf einen goldenen Oktober.

12.09.2017 Do

Im Lee der norwegischen Gebirge kommt es zur Genese des kleinen Randtiefs "Arke II", die daran gekoppelte Kaltfront erreicht zwar noch den Fläming, schwächt sich aber angesichts der zunehmenden Dominanz der Antizyklone Tanja über Südeuropa ab.

Am Morgen nieselt es leicht, es folgt Cumulus mediocris radiatus, der unter Cirrus fibratus ostwärts gleitet. Nachmittags driftet ein großes Feld Cirrostratus nebulosus vorbei, an dem beidseitige Nebensonnen erscheinen.

Cumulus mediocris radiatus

13.09.2017 Fr

Tanja weitet ihren Einflussbereich immer weiter aus, erstreckt sich über gesamt Süd- und Mitteleuropa und hält uns die nordeuropäischen Tiefdruckgebiete vom Leibe.

Allerdings bleibt es nicht ungetrübt, wie gestern zeigen sich Haufenwolken unter Cirrus / Cirrostratus. Erstere dünnen am Abends aus, wogegen uns die hohen Eiswolken persistent erhalten bleiben.

Eiswolken am Abend

14.09.2017 Sa

Ein kräftiger Höhenrücken stützt die allmächtige Antizyklone Tanja, die mittlerweile als Hoch Mitteleuropa eingestuft werden kann. Absinken und Warmluftadvektion bewirken einen landesweiten Anstieg der 850 hPa- Temperatur auf über 10°C, es wird spätsommerlich warm.

Lediglich der Norden ist auf Grund der Nähe zur Frontalzone ist noch wolkenverhangen, der Fläming liegt knapp auf der sonnigen Seite. Lockere Haufenwolken verdecken nur selten die Oktobersonne, die Temperatur steigt auf erkleckliche 22°C.

Oktoberwärme mit Haufenwolken

15.09.2017 So

Hurrikan "Ophelia" entscheidet sich für eine ungewöhnliche Zugbahn, statt die Karibik zu "beglücken" zieht er nordwärts Richtung britische Inseln. Gleichzeitig verlagert sich Hoch Tanja samt stützendem Höhenrücken ostwärts Richtung Balkan, so dass beide entgegengesetzt rotierenden Druckgebilde eine massive Warmluftzufuhr Richtung Mitteleuropa bewirken.

Wie gestern ist es ungewöhnlich warm, Erinnerungen an die Warmphase im Oktober 2012 werden wach - wie damals scheint die Sonne von einem wolkenlosen, stahlblauen Himmel.

Stahlblauer Oktoberhimmel

16.09.2017 Mo

Durch rückseitiges Ansaugen von Kaltluft wandelt sich Ophelias physikalische Struktur vom Hurrikan zum Orkan, schwächt deswegen aber keinesfalls ab und bewegt sich Richtung Irland.

Mitteleuropa hingegen bleibt unter Hochdruckeinfluss - es bleibt außerordentlich warm, von Südwesten her trifft im 850hPa-Niveau die 15°C-Isotherme (!) ein. Wie gestern bleibt es wolkenlos - ein phantastischer, etwas verspäteter Altweibersommer.

17.09.2017 Di

Der goldene Oktober bleibt uns erhalten, in einer südwestlichen antizyklonalen Strömung steigt die Temperatur unter wolkenlosem Himmel wieder deutlich über die 20°C-Marke.

Ex-Hurrikan Ophelia schwächt sich ab, verlagert sich nach Norwegen, Hoch Tanja hat sich über dem östlichen Balkan festgesetzt. Über dem Ostatlantik tropft ein Trog ab, das resultierende Cut-Off-Tief übernimmt an seiner Vorderseite die Funktion der Wärmepumpe.

Und wieder blau in blau

 

Wetter und Wolken September 2017

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